Deutscher Gesundheitsmarkt für Investoren attraktiv

Kaum ein anderer Markt sei in den nächsten Jahren von derartigen Umwälzungen betroffen wie der Gesundheitsmarkt. Durch die demografische Entwicklung in Deutschland, das wachsende Gesundheitsbewusstsein der Bevölkerung und die steigenden Herausforderungen an die medizinische Versorgung würden jedoch auch Umsatz und Ertrag in der Gesundheitsbranche weiter anwachsen, so der Bericht.

„Von der sich durch Übernahmen und Privatisierungen verändernden Marktstruktur können sowohl Finanzinvestoren als auch Krankenhäuser, Pflegeheime und Medizintechnikunternehmen profitieren“, sagt Dr. Ekhard Popp, Gesundheitsexperte bei der Unternehmensberatung A.T. Kearney.

Seit 1993 habe sich die Zahl der Krankenhäuser um etwa sieben Prozent reduziert. Diese Entwicklung wird sich weiter beschleunigen: Der Studie zufolge ist bis 2012 mit einem Rückgang um weitere 15 Prozent zu rechnen. Durch die Übernahme großer Kliniken werde dabei der Anteil privater Träger überproportional steigen. Während sich die Zahl der Krankenhausbetten um 20 Prozent reduzieren wird, rechnet A.T. Kearney bis 2012 mit einer etwa 15-prozentigen Zunahme der Fallzahlen. Gewinner sind Krankenhäuser, die ihre Auslastung durch geschickte Verträge mit den Kassen und Marketingmaßnahmen steigern.

„Für Finanzinvestoren ergeben sich nun die Möglichkeiten, durch klassische Buy and Built-Strategien große Ketten zu bilden und damit zweistellige Wertsteigerungsraten zu realisieren“, so Popp: „Hier werden Tabus fallen, und es ist mit Übernahmen von börsennotierten, aber auch von kleineren Krankenhausketten zu rechnen.“

Im Pflegemarkt rechnet A.T. Kearney allerdings auch damit, dass das Angebot stärker als die Nachfrage wächst. „Wir werden hier schon bald Überkapazitäten am Markt sehen“, so Popp. Dieser Verdrängungswettbewerb werde insbesondere gegen die freigemeinnützigen Träger wie beispielsweise Deutsches Rotes Kreuz oder Caritas geführt.

COMPAMED.de; Quelle: A.T. Kearney