Dem Kalzium auf der Fährte

Zwar ist eine zuverlässige Messung der Knochendichte bereits seit mehr als 20 Jahren möglich. Jedoch existierte bislang keine Methode, die eine Änderung im Knochenaufbau umgehend und nicht erst nach einigen Wochen zuverlässig anzeigen würde. Dies leistet das neue am Institut für Physik der Universität Mainz in Zusammenarbeit mit dem Institut für Kernchemie entwickelte Verfahren. Es nutzt dabei das im natürlichen Kalzium vorkommende langlebige Radionuklid 41Ca.

Weil es so selten vorkommt und weil es nur sehr langsam zerfällt, eignet sich 41Ca hervorragend als Substanz, um die Einlagerung und die Auslagerung von Kalzium in die Knochen über einen Zeitraum von mehreren hundert Tagen verfolgen zu können. "Mit der von uns entwickelten Methode können wir genau messen, ob Kalzium im Knochen eingebaut bzw. überproportional abgebaut wird", erläutert Dr. Klaus Wendt vom Institut für Physik.

Für die Untersuchungen wird den Testpersonen 41Ca in kleinsten Mengen verabreicht. Anhand der Kalzium-Ausscheidungen über den Urin wird dann festgestellt, wie viel 41Ca schnell ausgespült und wie viel längerfristig eingelagert wird. Nach einer schnellen "Ausspülungsphase" der ersten 100 bis 200 Tage sind dann über den 41Ca-Nachweis umfangreiche Untersuchungen möglich, die den Einfluss von unterschiedlicher Ernährung oder Arzneimittelgaben auf den Kalzium-Austausch ermitteln. Die Kalzium-Messungen erfolgen mit der hochauflösenden Resonanzionisations-Massenspektrometrie (RIMS). Dabei verwenden die Forscher drei Diodenlaser zur Anregung und Ionisation des zu untersuchenden Kalziumisotops und ein kleines Massenspektrometer zur Mengenbestimmung.

"Wir haben jetzt die Methode so weit entwickelt, dass wir bei den Kalzium-Messungen mit diesem Verfahren im weltweiten Vergleich einmalige Resultate erzielen", erläutert Wendt.

COMPAMED.de; Quelle: Johannes-Gutenberg-Universität Mainz