Das Spenderherz bleibt warm und schlägt

Das "Organ Care System" kann voraussichtlich die Organfunktion nach einer Herztransplantation verbessern und das Risiko eines Transplantatversagens verringern.

Die innovative Erfindung aus den USA ist seit 2007 an wenigen deutschen Herzzentren im Einsatz. In der Herzchirurgischen Abteilung am Universitätsklinikum Heidelberg wurde es im März 2009 erstmals in Deutschland im Rahmen einer klinischen Studie eingesetzt.

Das tragbare Gerät der Firma "Transmedic" erlaubt einen Transport des Spenderorgans unter fast natürlichen Bedingungen: Das Herz wird an eine Pumpe angeschlossen und von warmem, sauerstoffreichem Spenderblut durchspült, es behält die Körpertemperatur bei und schlägt weiter. Dadurch können Gewebeschäden wie bei der bislang üblichen kalten Konservierung des Spenderherzens in einer Flüssigkeit vermieden werden.

Ein weiterer Vorteil: Das Spenderherz kann vor Ort bereits einer genaueren Untersuchung unterzogen werden, so dass die Herzchirurgen seine Transplantabilität sehr genau einschätzen und mögliche Probleme rechtzeitig beheben können. So kann das Organ im Organ Care System eingehend mit Ultraschall untersucht werden; außerdem ist es möglich, wichtige Stoffwechselwerte zu erheben.

"Wir erwarten, dass durch den Einsatz des Organ Care Systems mehr Herzen für die Transplantation zur Verfügung stehen werden", sagt Professor Falk-Udo Sack. Denn immer wieder kommt es vor, dass sich der Chirurg gegen eine Transplantation entscheidet, weil er sich nicht sicher ist, ob das Herz tatsächlich intakt ist. "Das Organ Care System gibt uns hier Sicherheit", so Professor Sack.

COMPAMED.de; Quelle: Universitätsklinikum Heidelberg