Das Herz "in Takt" bringen

Foto: Spezialkatheter

"Am Kopf dieses neuen Katheters befindet sich ein ringförmiger Abschluss mit mehreren Platin-Elektroden, durch die der Strom fließt", erklärt Doktor Thomas Lawo, leitender Oberarzt an der Klinik für Kardiologie und Angiologie. "Damit können wir - vergleichbar mit einem Stempel - ein kreisförmiges Gewebsstück mit einer einzigen Prozedur isolieren. Die Behandlungsdauer verringert sich mit dem neuen Katheter auf unter zwei Stunden."

Da außerdem weniger Energie bei der Behandlung aufgebracht wird, ist das Verfahren für den Patienten schonender und weniger belastend. Die bisherigen Behandlungsergebnisse sind für die Bochumer Kardiologen sehr überzeugend: "Knapp 80 Prozent der Patienten können mit diesem Verfahren vollständig oder weitgehend geheilt werden", sagt Assistenzarzt Doktor Leif Bösche.

Vorhofflimmern ist die häufigste Herzrhythmusstörung: Nahezu eine Million Menschen in Deutschland leiden an dieser Erkrankung. Es kann zu vielfältigen Beschwerden - vom Herzklopfen bis zur Leistungseinschränkung - führen. Darüber hinaus geht es mit einem erhöhten Schlaganfallrisiko einher. Behandlungsversuche mit Tabletten führen oftmals nicht zum langfristigen Heilungserfolg und können in der Langzeitanwendung mit schwerwiegenden Nebenwirkungen einhergehen, sagen Experten.

Ein anderes etabliertes Verfahren zur Beseitigung des Vorhofflimmerns ist die sogenannte Katheterablation. Dabei wird der Einmündungsbereich der Lungenvenen elektrisch isoliert (sogenannte Pulmonalvenenisolation): Über einen Spezialkatheter wird ein Hochfrequenzstrom gezielt abgegeben, die dabei entstehende Wärme erzeugt feine Narben. Diese Narben bilden dann eine "Barriere", die die Ausbreitung von störenden elektrischen Impulsen einschränkt und damit das Vorhofflimmern unterbindet.

Das bisherige Verfahren war allerdings technisch und zeitlich sehr aufwändig: mit einer nur wenige Millimeter dicken Katheterspitze mussten die Narben Punkt für Punkt erzeugt werden. Die gesamte Prozedur konnte bis zu acht Stunden dauern.

COMPAMED.de; Quelle: Klinikum der Ruhr-Universität Bochum - Berufsgenossenschaftliches Universitätsklinikum Bergmannsheil