Für das Verständnis von Störungen, die zu Schwerhörigkeit oder Taubheit führen, ist es wichtig zu wissen, wie Schall im Innenohr verarbeitet wird. Auch dafür, wie man Hörprothesen so verbessern kann, dass sich ein natürlicherer Höreindruck ergibt, ist die Kenntnis dieser Vorgänge bedeutsam.

Eine internationale Forschergruppe um Doktor Walter Marcotti und Doktor Stuart Johnson von der Universität Sheffield untersuchte ein spezielles Protein in den Sinneszellen des Innenohres. Diese Sinneszellen wandeln Schall in elektrische Signale um. Diese elektrischen Signale werden von der Sinneszelle an den Hörnerven mithilfe von Botenstoffen, sogenannten Neurotransmittern, für die nachfolgende Verarbeitung im Gehirn weitergegeben.

Die Ausschüttung dieser Neurotransmitter wiederum wird durch den Einstrom von Kalzium-Ionen in die Sinneszellen angestoßen. Für die Übersetzung dieses Kalziumsignals in die entsprechende Menge Botenstoffe sind spezielle Proteine verantwortlich.

Insbesondere das Synaptotagmin IV ermöglicht die Verarbeitung von Schallsignalen über einen weiten Lautstärkebereich. Ohne dieses Protein verliert das Gehör sowohl seine Empfindlichkeit für leise Töne als auch die Fähigkeit, laute Töne abgestuft wahrzunehmen.

COMPAMED.de; Quelle: Universität des Saarlandes