Cyberknife-Behandlung auch bei Beckentumoren

Foto: Frau bei der Behandlung

Insgesamt wurden für die Studie 51 Läsionen bei 38 Patienten behandelt. An der Untersuchung auch die Abteilung für Tumororthopädie der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München beteiligt. Die Forscher konnten erstmals zeigen, dass aufgrund eines neuen Berechnungssystems zur Positionsbestimmung die Behandlung ohne das belastende Einbringen von Metallmarkern oder Schrauben jetzt auch im Bereich von Kreuzbein und Becken möglich ist.

Die Steuerung der Bestrahlungseinheit orientiert sich ausschließlich an knöchernen Strukturen. Für ausgewählte Fälle ist die Behandlung schonender für den Patienten und zugleich sicherer als eine klassische Operation. Zudem erfolgt die Behandlung komplette ambulant, ein stationärer Aufenthalt in der Klinik entfällt, wodurch auch die Kosten unter denen bleiben, die bei einer OP anfallen.

Bei der Cyberknife-Technologie handelt es sich um die derzeit innovativste Photonentherapie. Die wichtigste Aufgabe der Strahlenchirurgie ist die hoch präzise Bestrahlung eines exakt festgelegten Zielvolumens. Dabei sollen die gesunden Körperteile in der Tumorumgebung so wenig wie möglich von Strahlen getroffen werden. Um dies zu erreichen, wird zuerst ein Bestrahlungsgerät mit geeigneter Strahlenart und Energie gewählt und die Tumorregion aus verschiedenen Richtungen bestrahlt. Bei der flexiblen Cyberknife-Technologie rotiert die Bestrahlungseinheit um den Patienten.

Die ionisierende, hochenergetische Photonen-Strahlung, die in einem Beschleuniger erzeugt wird, verursacht in den Tumorzellen Schäden am Erbgut, die letztlich zum Zelltod führen. Die Cyberknife-Technologie steuert dabei die Bestrahlung, so dass die für die Krebszellen tödliche Dosis nur im Zielgebiet, also den Tumor, erreicht wird, das umliegende, gesunde Gewebe jedoch verschont bleibt. Meist reicht eine einzige ambulante Behandlung mit einer mittleren Dauer von maximal 60 Minuten aus.

COMPAMED.de; Quelle: Klinikum der Universität München