Chipzytometer ermöglicht tiefgreifende Zellanalyse

Foto: Ein Mikroskop aus der Nähe

Droht einem Frühgeborenen eine Blutvergiftung? Findet eine Transplantat-Abstoßung statt? Handelt es sich um Krebszellen? Um diese und andere Fragen beantworten zu können, analysieren Ärzte und Forscher Zellen, beispielsweise aus Blut- oder Gewebeproben.

Bei der Chipzytometrie werden Zellen auf Mikrofluidikchips festgehalten, mit fluoreszierenden Biomarkern gefärbt und mit digitalen Scannern analysiert. Die Zellen gehen dabei nicht verloren und stehen für weitere Untersuchungen zur Verfügung. So können sie in der Folge schrittweise mit zahlreichen weiteren Biomarkern analysiert werden.

Um die Restfluoreszenz der ‚alten’ Marker ausschalten zu können, hat das Team um Hennig sogenannte Switch-Antikörper entwickelt und patentiert. „Somit ist es möglich, eine wertvolle Patienten-Probe Schritt für Schritt flexibel so lange zu analysieren, bis die richtige Diagnose gestellt werden kann“, sagt Hennig. Dazu sind nur wenige Mikroliter Probe notwendig. „Beispielsweise reichen wenige Tropfen Blut aus, um Zellen ganz genau charakterisieren zu können“, sagt Hansen. Die geringe Probenmenge sei zum Beispiel bei Frühgeborenen, die nur wenig Blut haben, von enormem Vorteil.

Die Forscher wollen im nächsten Schritt den Chipzytometer-Prototyp in einen Vollautomaten überführen und Mikrofluidikchips sowie Switch-Antikörper bis zur Marktreife weiterentwickeln. „Unsere Vision für die weitere Zukunft ist es, dass es eines Tages möglich ist, neben dem Patientenbett eine schnelle und sehr gute Diagnostik durchführen zu können“, sagt Hansen.


COMPAMED.de; Quelle: Medizinische Hochschule Hannover