Chemotherapie mit magnetischen Nanopartikeln

Bei der Chemotherapie zur Tumorbehandlung werden oftmals hohe Zytostatikadosierungen, die mit einer Vielzahl unerwünschter Nebenwirkungen verbunden sind, verwendet. Die Limitierung der systemisch verabreichten Chemotherapeutikamenge ist oft nicht durch die, für eine erfolgreiche Behandlung notwendige Dosis gegeben, sondern durch eine, für den Patienten tolerable Zytostatikamenge.

In einem von der Wilhelm-Sander-Stiftung geförderten Projekt entwickelt die Forschungsgruppe um PD Dr. Christoph Alexiou (Hals-, Nasen-, und Ohrenklinik, Kopf- und Halschirurgie der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg) ein Verfahren bei dem mit magnetischen Nanopartikeln Zytostatika in hoher Dosierung zielgerichtet im Tumor angereichert werden und somit die therapeutische Effizienz des Wirkstoffs erhöht und gleichzeitig die unerwünschten Nebenwirkungen minimiert werden sollen.

Alexiou und Mitarbeiter benutzen in ihrem Ansatz so genannte magnetische Nanopartikel. Diese Partikel bestehen aus Magnetitteilchen im Nanometerbereich, die stabil in Flüssigkeit gehalten werden. Dadurch verhält sich im Magnetfeld die gesamte Flüssigkeit wie ein "flüssiger Magnet". Belädt man diese Partikel mit einem Chemotherapeutikum und appliziert sie intraarteriell in Gefäße, die zur Tumorversorgung dienen, ist es möglich mit einem externen Magnetfeld die beladenen Partikel dort zu konzentrieren. Dabei ist es experimentell gelungen die Zytostatikamenge im Tumorareal um das 200 fache gegenüber der klassischen, systemischen Chemotherapie zu erhöhen.

In den Studien der Arbeitsgruppe konnte darüber hinaus gezeigt werden, dass es möglich ist mit intraarteriellem Magnetischem Drug Targeting in einem Tumormodell Zytostatika nebenwirkungsfrei anzureichern und eine Totalremission des Tumors zu erreichen. Ziel des geförderten Projektes ist es nun Partikelformulierungen so zu designen und in pharmazeutischer Qualität herzustellen, dass sie in einer klinischen Studie angewendet werden können.

COMPAMED.de; Quelle: Wilhelm Sander-Stiftung