CRP mit unklarer Aussagekraft

Das C-reaktive Protein (CRP) ist ein wertvoller Marker in der Inneren Medizin. Leider ist bislang wenig darüber bekannt, welche Schwellenwerte etwas über das kardiovaskuläre Risiko aussagen. Die American Heart Association (AHA) glaubt, dass ein CRP-Wert unter 1 g/dL ein geringes Risiko darstellt. Zwischen 1 und 2,99 g/dL soll ein mittleres und über 3,0 g/dL ein hohes kardiovskuläres Risiko bestehen.

In einer großen Studie wurde daher nun der Zusammenhang zwischen CRP-Spiegeln und der kardiovskulären Mortalität untersucht. An dieser Studie nahmen im Rahmen der "Kuopio Ischemic Heart Disease Risk Factor Study" 2.321 Männer mittleren Alters teil. 1.476 von ihnen hatten zu Beginn der Studie keinerlei kardiovaskulären Einschränkungen. Der durchschnittliche Nachbeobachtungszeitraums betrug 14,6 Jahre.

Wie sich zeigte, ist das Risiko eines kardiovaskulären Todes bei jenen Männern 3,3fach höher, die zu Beginn der Studie bereits kardiovaskulär vorgeschädigt waren und einen CRP-Spiegel über 3,0 mg/dL hatten. Jene Männer, die zu Beginn keinen kardiovaskulären Vorschaden hatten, aber einen CRP-Wert konstant über 3,0 mg/dL haben sogar ein 4,1fach höheres Risiko. Jeweils in Bezug auf Männer mit CRP-Spiegeln unter 1.0 mg/dL.

Außerdem teilten die Wissenschaftler die Männer bezüglich ihres CRP-Wertes in Tertilen, was zu Grenzwerten von 0.84 mg/dL beziehungsweise 1.83 mg/dL führte. Ein Abgleich mit den Werten zeigte, dass diese Grenzwerte bei jenen Männern, die keine kardiovaskulären Vorschäden haben, einen Todesfall besser vorhersagen können als die von der AHA vorgegebenen Grenzwerte. Kranke Männer dagegen fahren offenbar besser mit den AHA-Grenzwerten. In diesen Fällen hat die Einteilung in CRP-Wert-Tertilen keinen zusätzlichen prädiktiven Nutzen.

COMPAMED.de; Quelle: European Heart Journal