Beim Kolonkarzinom hängt die Prognose entscheidend von einer frühen Erkennung der Erkrankung ab. Falls es gelingt, die Diagnosetechniken zu verbessern, könnte man die Todesfälle durch Kolonkarzinome vermindern. Noch immer zählt die Koloskopie zu den wichtigsten diagnostischen Methoden beim Kolonkarzinom. Doch eine Koloskopie ist aufwändig und unangenehm. Gäbe es einen Bluttest, würde sich ein Kolonkarzinom unter Umständen einfacher und schneller erkennen lassen.

Es gibt bereits eine Reihe von Biomarkern für Krebserkrankungen, die jedoch häufig eher unspezifisch sind. Wissenschaftler vom department of urology am Johns Hopkins Hospital in Baltimore, Maryland, in den USA haben bereits vor einiger Zeit die Biomarker CCSA-3 und CCSA-4 identifiziert, bei denen es sich um eine neue Klasse von Biomarkern handelt. Nun wollten die Wissenschaftler beweisen, dass sich auch CCSA-3 als Biomarker des Kolonkarzinoms eignen könnte. Ihre Studienergebnisse stellten sie jetzt auf dem „2008 Gastrointestinal Cancers Symposium (GCS)“ vor.

Die Wissenschaftler sammelten Serumproben von 125 Kontrollpersonen und 135 Proben von Personen, die sich an zwei verschiedenen Institutionen einer Koloskopie unterzogen hatten. Bei allen Probanden wurden die CCSA-2-Spiegel gemessen. Danach untersuchte man die Probanden und entdeckte unter anderem verschiedene hyperplastische Polypen, Adenome, kolorektale Karzinome und Normalbefunde.

Als man diese Befunde mit den CCSA-2-Werten verglich, zeigte sich: Bei einem Cut-off-Wert von 10,8 Mikrogramm pro Milliliter hat CCSA-2 eine Sensitivität von 80,1 Prozent und eine Spezifität von 91,3 Prozent, um Patienten mit einem Adenom von solchen mit einem Kolonkarzinom unterscheiden zu können.

COMPAMED.de; Quelle: 2008 Gastrointestinal Cancers Symposium (GCS) Abstract 276