Brandschutzschaum ohne Halogene

Die beim Bau verwendeten Kunststoffe müssen für den Fall eines Brandes mit Flammschutzmitteln ausgerüstet werden, die die Brennbarkeit verringern. Dazu werden bislang überwiegend halogenhaltige Additive, die Chlor oder Brom enthalten, in den Kunststoff eingearbeitet. Sie unterdrücken zwar die Entflammbarkeit des Werkstoffs, entwickeln jedoch viel Rauchgas und setzen giftige Gase wie Kohlenmonoxid, Chlorwasserstoffsäure und Cyanwasserstoff frei.

Einige der Rauchgase haben zudem eine korrosive Wirkung, was zu erheblichen Folgeschäden führen kann. Darüber hinaus müssen halogenhaltige Kunststoffe teuer als Sondermüll entsorgt werden, weil bei ihrer Verbrennung toxische Dioxine und Furane entstehen. Nun wurde der erste halogenfreie Brandschutzschaum entwickelt. Er kann zur Abdichtung von Kabeldurchführungen, Rohrdurchbrüchen und Türlaibungen eingesetzt werden.

Der Ersatz der bisher verwendeten halogenhaltigen Flammschutzmittel in Kunststoffen durch halogenfreie ist aus sicherheitstechnischer, ökologischer und wirtschaftlicher Sicht Erfolg versprechend. Der neue feinzellige Polyurethanhartschaum härtet bei der Verarbeitung schnell aus und ist nach rund fünf Minuten schneidbar. Seine Konsistenz kann je nach Anwendungsfall eingestellt werden und ermöglicht tropffreies Arbeiten.

Er kann zum Ausfüllen von schwer zugänglichen Öffnungen, Kabel- und Rohrdurchführungen in Wänden, Böden und Decken von Gebäuden, als Bestandteil von Befestigungssystemen zum Abhängen von Rauchabzugskanälen, Elektrokanalsystemen, Brandschutzdecken und anderen brandschutztechnischen Bauteilen verwendet werden.

COMPAMED.de; Quelle: Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen "Otto von Guericke" e.V. (AiF)