Bluttest identifiziert Metastasen

Die Präsenz von Tumorzellen in Knochenmark oder Blut, die vor oder während der Entfernung des Tumorgewebes verstreut werden, erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass erneut Metastasen entstehen. Diese Patienten haben eine schlechtere Prognose und sollten deshalb möglicherweise eine zusätzliche Chemotherapie erhalten.

Um die Tumorzellen im Blut festzustellen, benutzten Wissenschaftler die Polymerasekettenreaktion (PCR), mit der einzelne Zellen, beziehungsweise deren spezifische RNA, das Cytokeratin, nachgewiesen werden können. Damit kann in einer Gewebeprobe aus dem Blut, Knochenmark oder Lymphknoten eine Tumorzelle unter 107 gesunden Zellen identifiziert werden.

Insgesamt 37 Patienten, deren Lebermetastasen entfernt worden waren, wurden mit dem PCR-Test auf Tumorzellen in Blut und Knochenmark untersucht. Im Mittel 38 Monate lang verfolgte man ihren Krankheitsverlauf. Insbesondere Patienten, bei denen nach der Operation im Blut zirkulierende Tumorzellen nachgewiesen wurden, hatten mit höherer Wahrscheinlichkeit neue Metastasen.

Dieser Test könnte künftig auch dazu dienen, die Therapie des Kolonkarzinoms zu überprüfen. Patienten mit Rektumkarzinom haben weniger Krebszellen in Blut und Knochenmark, wenn sie vor der Operation Chemotherapie und Bestrahlung erhalten.

Eine weitere Konsequenz aus der aktuellen Studie könnte sein, die gegenwärtig praktizierten Operationsmethode zur radikalen Entfernung von Metastasen aus der Leber zu modifizieren: Während der Operation werden offensichtlich Tumorzellen ins Blut ausgeschwemmt, die allerdings zum Teil wieder verschwinden. Die gleiche Wissenschaftlergruppe führt daher derzeit eine Studie mit einer schonenden Operationsmethode durch, die vermutlich zu einer geringeren intraoperativen Tumorzellaussaat führt.

COMPAMED.de; Quelle: Annals of Surgery 2005