Blutkonserven sicher filtrieren


Seit 2001 müssen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Blutbanken alle Blutkonserven filtrieren, um die weißen Blutkörperchen zu entfernen. Denn für Empfänger einer Bluttransfusion können weiße Blutkörperchen negative Folgen haben: Sie lösen gelegentlich eine Immunantwort aus.

Eine Filtration senkt die Zahl der weißen Blutkörperchen im Spenderblut auf ein Minimum. Die Blutbanken benutzen dafür sterile geschlossene Blutbeutelsysteme, in die alle benötigten Beutel, Filter und Schläuche integriert sind. Die Schwerkraft sorgt dafür, dass das Blut durch den Filter vom oberen in den unteren Beutel fließt. Die Filter bestehen aus einem Flies von komprimierten Fasern mit unterschiedlicher Porengröße. Die weißen Blutkörperchen haften aufgrund ihrer Größe und ihrer Wechselwirkung mit dem Fasermaterial am Filter und werden so dem Blut entzogen.

Ein neues System der Forscher am Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA in Stuttgart überwacht solche Blutfiltrationen und stellt fest, wann ein Filter defekt ist oder die Filtration missglückt ist.

Ein wichtiges Kriterium dafür ist die Zeit: Jeder Hersteller von Blutprodukten muss eine Spanne festlegen, innerhalb der die Qualität der Blutkonserven gewährleistet ist. Fließt das Blut bei der Filtration schneller als angegeben, kann das ein Hinweis auf eine schlechte Filtration sein. Die Konserven können dann nur nach einer aufwändigen Qualitätskontrolle verwendet werden. Fließt das Blut langsamer, kann das ein Hinweis auf eine Beeinträchtigung der Qualität sein und die Blutkonserven werden sicherheitshalber nicht verwendet. Bisher überprüfen die Mitarbeiter der Blutbank mit einer Stoppuhr, wie lange eine Filtration dauert, und sie entsorgen alle Blutproben, die nach der angegebenen Zeit noch nicht zu Ende filtriert sind. Das Personal bemerkt bisher jedoch nicht, wenn ein Loch im Filter ist und das Blut in kürzerer Zeit durchrauscht.

Bei dem neuen Überwachungsgerät registriert ein Durchflussmesser hinter dem Filter, wann das Blut filtriert ist. Wie lange welche Probe getropft ist, speichert das System in einer Datenbank. Am Bildschirm lässt sich hinterher genau sehen, bei welchen Beuteln der Filter einwandfrei gearbeitet hat und bei welchen nicht. 24 Blutkonserven haben gleichzeitig an einer Anlage Platz. "Unser System macht Blutfiltrationen sicherer und unkomplizierter", sagt Oliver Refle vom IPA.

COMPAMED.de; Quelle: Fraunhofer-Gesellschaft