Biosensor weist Krankheitsmerkmale nach

Der spätere klinische Routineeinsatz des rund 60.000 Euro teuren Geräts liegt in der Frühdiagnostik bei Schwangerschaften, sagte Prof. Dr. Andrea Robitzki vom Biotechnologisch-Biomedizinischen Zentrums (BBZ). Wo bisher nur Ultraschall auf eine Risikoschwangerschaft, beispielsweise ausgelöst durch Bluthochdruck, hinweise, genüge der Biosensor-Analyse wenig Patientenserum, das durch eine einfache Blutentnahme gewonnen werden kann.

"Damit setzt auch die Behandlung eher an und dem möglichen Verlust des Fötus kann vorgebeugt werden", erläutert Robitzki, die den Lehrstuhl für Molekularbiologisch-biochemische Prozesstechnik am BBZ innehat. In einem Feldtest in Kooperation mit der Frauenklinik Leipzig werden derzeit Seren von Schwangeren untersucht. Weitere Einsatzschwerpunkte sollen künftig der Screening-Test von neuen Wirkstoffen für Herz-Muskel-Erkrankungen sein sowie die Validierung und Vermeidung von Transplantationsabstoßungen.

Das Prinzip des von Leipziger Forschern entwickelten Messverfahrens liegt in der Online- und Echtzeit-Detektion der Herzmuskelzellkontraktionen. Dazu werden zunächst geringste Mengen des Patientenserums auf einen mit Herzmuskelzellen bedeckten Chip, in den 60 Mikroelektroden integriert sind, aufgetragen. Mittels Computer- und Softwareeinsatz könnten dann Änderungen der Konzentrationsrate errechnet und grafisch dargestellt werden.

Das seit 2003 laufende Projekt wird zu 75 Prozent von der Europäischen Union und zu einem Viertel vom Freistaat Sachsen gefördert und soll im Frühjahr kommenden Jahres abgeschlossen sein. ''Das Interesse seitens der Industrie ist groß'', sagte Robitzki.

COMPAMED.de; Quelle: Universität Leipzig