Biologischer Wundverband mit Laser

Eine neuartige Laserverklebung soll bei chronischen Wunden künftig helfen. Juniorprofessor Dr. Lars Steinsträßer von der Ruhr-Universität Bochum kümmert sich in seinem Projekt, das er in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für Lasertechnik Aachen durchführt, genau darum. Und wurde mit einer Fördersumme von 200.000 Euro durch den InnoNet-Forschungspreis zur Förderung von innovativen Netzwerken ausgezeichnet.

Als Wundauflage werden derzeit Hautimplantate verwendet, die entweder aus Spalthaut des jeweiligen Patienten oder aus zellbesiedelten Kunststoffnetzen oder hochporösen Folien, den Scaffolds, gewonnen werden. Die kunststoffbasierten Scaffolds sind idealerweise aus einem bioresorbierbaren Material gefertigt. Da sie unmittelbar verfügbar sind und nicht wie Spalthaut erst in einer Operation gewonnen werden müssen, können die Scaffolds die Zeit bis zum Wundverschluss erheblich verkürzen. Sie ermöglichen eine feuchte Wundheilung und können mit Medikamenten behandelt sein, die den Wundbereich keimfrei halten oder die Wundheilung fördern.

Ziel des Forschungsprojekts ist es nun, diese Kunsthaut mittels Laser mit dem Gewebe zu verkleben: Dazu soll der Laser Proteine in der Wundflüssigkeit so verändern, dass sie sich fest mit dem Gewebe verbinden und es so mit der eigenen transplantierten Haut oder dem Scaffold verschweißen.

CO2-Lasersysteme werden auch jetzt schon hauptsächlich zum Schneiden oder zur Hautglättung eingesetzt. "Die klinische Bedeutung des Verfahrens liegt in seiner vielseitigen Anwendbarkeit: Das gezielte, schonende Verbinden von Gewebe im feuchten Milieu wäre für alle chirurgischen Bereiche ein enormer Fortschritt", erklärt Dr. Steinsträßer.

COMPAMED.de; Quelle: Ruhr-Universität Bochum