Biobank für die Uni-Medizin

In Biobanken werden systematisch Gewebe- und Flüssigkeitsproben von Patienten gesammelt und langfristig aufbewahrt. Wissenschaftler messen den Biobanken für den medizinischen Fortschritt eine große Bedeutung bei: Sie hoffen, mit Hilfe der Proben Krankheiten und ihre Ursachen besser zu verstehen, besser zu diagnostizieren und im Idealfall auch besser behandeln zu können.

In der Biobank sammeln die Mediziner Proben für die Forschung der Zukunft. Denkbar ist zum Beispiel, dass in fünf Jahren ein neuer Biomarker entdeckt wird, der eine Krebserkrankung schon in einem sehr frühen Stadium anzeigt. „Dann können wir die eingelagerten Proben daraufhin untersuchen, ob die Konzentration des Biomarkers mit dem Krankheitsverlauf in Verbindung steht“, erklärt Professor Roland Jahns.

In der Würzburger Biobank wollen die Mediziner systematisch Gewebe-, Blut-, Urin- und Speichelproben von möglichst vielen Patienten des Universitätsklinikums sammeln – natürlich nur, wenn die Patienten zustimmen. Die Schwerpunkte liegen dabei auf Krebserkrankungen, Herz-Kreislauf-Leiden, Stoffwechsel-Krankheiten und neurologischen Erkrankungen, außerdem auf seltenen angeborenen Muskelerkrankungen.

Die Proben werden unter einer strengen Qualitätskontrolle mehrere Jahrzehnte lang in Tiefkühllagern aufbewahrt. Über eine zentrale Datenbank lassen sie sich verschiedenen Krankheitsstadien und anderen Untersuchungsbefunden zuordnen. Generell werde in der Biobank jeglicher Personenbezug unkenntlich gemacht, Probendaten und klinischen Daten grundsätzlich getrennt voneinander gespeichert.

In Planung ist auch eine Informationskampagne, denn schließlich sollen möglichst viele Patienten mit der langfristigen Aufbewahrung ihrer Proben und Daten einverstanden sein – in der Überzeugung, damit in Zukunft vielleicht einen Beitrag zu besseren Therapien leisten zu können. Der nagelneue Internet-Auftritt der Biobank stellt schon jetzt erste Informationen bereit.


COMPAMED.de; Quelle: Julius-Maximilians-Universität Würzburg