Bildgebende Verfahren unterstützen Dermatologen

Ein Vorteil gegenüber dem diagnostischen Goldstandard, der Histologie, ist, dass bei diesen beiden diagnostischen Methoden nicht-invasiv Verlaufsbeurteilungen erfolgen können und so ein Therapiemonitoring ohne invasive Probebiopsien möglich wird.

Die konfokale Laserscanmikroskopie liefert horizontale also hautoberflächen-parallele Schnittbilder mit einer fast histologischen Auflösung um 1 µm und einer Fläche von 500 µm x 500 µm; Einzelzellen und Zellkerne sind also abgrenzbar. Die einzelnen Bilder können zu Mosaiken von bis zu 8 mm x 8 mm Größe durch laterales Scannen zusammengesetzt werden. Durch Verschiebung des Fokus kann eine Eindringtiefe der dargestellten Schichtebene bis in die obere Dermis erzielt werden (max. bis etwa 250 µm).

„Die konfokale Laserscanmikroskopie kann zur Differenzierung zwischen Nävuszellnävi und malignen Melanomen sowie bei der Diagnostik von epithelialen Tumoren (Basalzellkarzinome, aktinische Keratosen, spinozelluläre Karzinome) eingesetzt werden. Dabei können die oberflächennahen Anteile eines Hauttumors ohne Operation direkt am Patienten mit fast histologischer Auflösung dargestellt werden. Besonders sinnvoll ist diese „narbenfreie Diagnostik“ wenn ein nicht-invasives Therapieverfahren eingesetzt werden soll, dessen Erfolg dann auch im Verlauf mit der konfokalen Lasermikroskopie gemonitort werden kann“, sagt Doktor Elke Sattler von der Klinik für Dermatologie und Allergologie der LMU München.

Zur diagnostischen Einordnung helfen typische Veränderungen: Beim malignen Melanom ist die Epidermis pagetoid von atypischen Melanozyten durchsetzt. Beim Basalzellkarzinom findet sich eine typische Anordnung von elongierten in polarisierten Strängen ziehenden Zellen. Durch die limitierte Eindringtiefe können aber oftmals nur die oberflächlichen Anteile des Tumors dargestellt werden. Aber auch viele entzündliche Dermatosen, wie allergische und toxische Kontaktdermatitis, Lupus erythematodes, Psoriasis, und auch Parasiten und Symbionten können gut mit der konfokalen Lasermikroskopie untersucht werden. So ist zum Beispiel nicht nur die Darstellung von Demodexmilben sehr gut möglich, sondern auch deren zahlenmäßige Bestimmung.


Fallbeispiel
Bei einem 43jährigen Patienten hatte ein rötliches Knötchen am Rücken laut Angaben der Ehefrau in den letzten sechs Monaten an Größe zugenommen. Klinisch und dermatoskopisch war die Differenzierung zwischen Nävus oder amelanotischem Melanom nicht sicher möglich. In der konfokalen Laserscanmikroskopie fanden sich trotz des fehlenden Pigments die typischen Veränderungen eines malignes Melanoms. Der Patient konnte somit rasch einer adäquaten chirurgischen Therapie und weiterführenden Versorgung zugeführt werden. Histologisch wurde die Diagnose eines amelanotischen malignen Melanoms bestätigt.

Die konfokale Lasermikroskopie lässt sich auch ex vivo zur Diagnostik und Schnittrandkontrolle an frisch chirurgisch entferntem unfixiertem Gewebe beispielsweise beim Basalzellkarzinom, ähnlich der mikrographisch-kontrollierten Chirurgie, einsetzen. Gegenstand aktueller Forschung ist auch die Möglichkeit der Fluoreszenzdiagnostik mittels konfokaler Lasermikroskopie in - und ex vivo, die dank der neuen multi-wave Lasergeräte mit drei verschiedenen Wellenlängen vielversprechend erscheint.

Die optische Kohärenztomographie zeigt vertikale Schnittbilder von einigen Millimetern Länge, die eine Auflösung von 3-5 µm und eine Detektionstiefe von bis zu 1 mm bieten, so dass hiermit Veränderungen bis in die mittlere Dermis dargestellt werden können. Eine Weiterentwicklung, die High-Definition optische Kohärenztomografie, ermöglicht zusätzlich eine horizontale (en-face) Bildgebung und in allen Dimensionen eine Auflösung von 3 µm bei einer Untersuchungszeit von circa fünf Minuten.

Doktor Tanja Maier von der Klinik für Dermatologie und Allergologie der LMU: “Die optische Kohärenztomografie hat in Bildqualität und Auflösung in den letzten Jahren einen weiten Sprung nach vorne gemacht und erlaubt damit eine gute und schnelle Möglichkeit für die Sofortdiagnostik von epithelialen Tumoren wie dem Basalzellkarzinom. Außerdem stellt die optische Kohärenztomografie eine gute nicht-invasive Option zur Dokumentation von Therapieverläufen dar, wie bei der topischen Behandlung von aktinischen Keratosen.“

Gute Indikationen für die optische Kohärenztomographie stellen epitheliale Tumore, wie Basalzellkarzinome oder aktinische Keratosen dar. Aber auch diese Technik kann zum Nachweis von Parasiten, wie Skabiesmilben, gut genutzt werden. Außerdem ist die optische Kohärenztomographie gut geeignet für die Dickenmessung der Epidermis, und erlaubt beispielweise die frühe Detektion einer epidermalen Atrophie unter Steroidtherapie.

COMPAMED.de; Quelle: Klinikum der Universität München