Beteiligung am europäischen Röntgenlaserprojekt XFEL

Neben China haben seit Anfang dieses Jahres die Wissenschaftsministerien von Dänemark, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Italien, Polen, Russland, Schweden, der Schweiz, Spanien und Ungarn durch Beitritt zu dem Memorandum of Understanding ihre Absicht erklärt, sich an den Vorbereitungen zu Bau und Nutzung des XFEL zu beteiligen.

Auf der Grundlage einer Empfehlung des Deutschen Wissenschaftsrates hat der Bund im Februar 2003 entschieden, den geplanten Röntgenlaser XFEL (X steht für Röntgen und FEL für Freie-Elektronen-Laser) als europäisches Gemeinschaftsprojekt beim Forschungszentrum DESY zu realisieren. Diese in Europa einmalige Forschungsanlage soll 2012 ihren Betrieb aufnehmen. Die Kosten für den XFEL belaufen sich auf 908 Mio. Euro. Deutschland wird etwa 60 Prozent tragen, der Rest soll von den Partnerländern aufgebracht werden.

Der XFEL eröffnet völlig neue Möglichkeiten für das weite Feld der Strukturforschung. Er wird extrem brillante, ultrakurze Röntgenpulse mit laserartigen Eigenschaften erzeugen und Naturwissenschaften und Industrie ganz neue Forschungsbedingungen bieten. Molekulare und atomare Prozesse können gleichsam gefilmt und Momentaufnahmen von atomaren Details in Materialien und Biomolekülen hergestellt werden.

Das führt zu grundlegenden Erkenntnissen in den verschiedensten Naturwissenschaften - von der Physik über die Chemie, die Material- und Geoforschung bis hin zu den Lebenswissenschaften. Für industrielle Anwender ist die neue Anlage beispielsweise im Zusammenhang mit der Entwicklung neuer Werkstoffe und Materialien im Nanobereich interessant.

COMPAMED.de; Quelle: Deutsches Elektronen-Synchrotron DESY in der Helmholtz-Gemeinschaft