Bisher übliche Standarduntersuchungen wie die Echokardiographie zeigen zwar einen Blick ins Innere des Körpers, erfassen aber nicht die Elastizität des Herzmuskels. Hierfür müssen heute noch zusätzlich invasive, also in den Körper eindringende und damit belastende Methoden wie die Herzkathetermessung eingesetzt werden, in deren Verlauf sich der Herzdruck bestimmen lässt. Der Herzdruck ist eine direkte Folge der Änderung der Elastizität in der Herzwand. Die Forscher um Doktor Ingolf Sack vom Institut für Radiologie am Campus Charité Mitte entwickelten ein neues bildgebendes Verfahren, die kardiale Magnetresonanz-Elastografie. Sie ermöglicht es, den Herzmuskel von außen punktgenau abzutasten und seine Elastizität zu analysieren.

Die neue Methode ist für Kardiologen von besonderem Interesse, da sie die Möglichkeit bietet, eine krankhafte Versteifung des Herzmuskels direkt zu beobachten. "Mit der Magnetresonanz-Elastografie können wir erstmals die Pumpfunktion an ihrem Ausgangspunkt analysieren, anstatt nur ihre ausreichende oder mangelhafte Wirkung abzubilden", erklärt Sack. "Dies zeigt das enorme Potenzial der Methode."

Die Forscher untersuchten bisher die Herzelastizität gesunder Personen durch den Einsatz akustischer Wellen im Magnetresonanz- Tomographen. Durch die Pumpaktivität des Herzens veränderte sich die Amplitude der Wellen, je nachdem ob eine Anspannung oder eine Entspannung des Herzmuskels vorlag. Aus den rhythmischen Veränderungen von Wellenamplitude und Herzdurchmesser lässt sich die Arbeit ableiten, die das Herz während eines einzelnen Schlags verrichtet.

Prinzipiell erlaubt dieser neue Ansatz die Diagnose einer krankhaft erhöhten Arbeitsleistung, auch wenn sich in den Bewegungsmustern des Herzens noch keine Auffälligkeiten zeigen. "Die Herzelastographie als Vorsorgeuntersuchung könnten diese alarmierenden Zahlen senken", ist Sack überzeugt. Zurzeit laufen in seiner Gruppe die Vorbereitungen für Untersuchungen an Patienten.

COMPAMED.de; Quelle: Charité-Universitätsmedizin Berlin