Bedeutung des Kleinhirns


Beobachtungen an Patienten und tierexperimentellen Daten zufolge wird die Funktion des Kleinhirns darin gesehen, motorische Abläufe zu optimieren und das Körpergleichgewicht herzustellen. Die moderne funktionelle Bildgebung mit Positronen-Emissionstomographie (PET) und fMRT weist aber - regelmäßig auch bei Experimenten zum Kurzzeitgedächtnis - immer wieder Kleinhirnaktivierungen auch bei kognitiven Aufgaben ohne offensichtlich ausgeführte Motorik nach. Bislang wurden diese Aktivierungen als inneres wiederholendes Sprechen verbaler Gedächtnisanteile interpretiert, um Informationen mental aufrechtzuerhalten. Allerdings gab es bereits klinische Hinweise, dass das Kleinhirn auch an kognitiven Prozessen beteiligt ist.

Die Arbeitsgruppe um Doktor Hubertus Hautzel an der Nuklearmedizinischen Klinik konnte nun zeigen, dass die Funktionen des Kleinhirns beim Kurzzeitgedächtnis über den sprachbasierten zuarbeitenden Anteil hinaus auch die kognitive Exekutivfunktion des Kurzzeitgedächtnisses unterstützt. Hierzu wurden in einer fMRT Studie die Kleinhirnaktivierungsmuster bei verbalem und abstraktem, nicht verbalisierbarem, Kurzzeitgedächtnis untersucht. In jedem einzelnen Kleinhirnläppchen wurde die neuronale Aktivität in der fMRT für beide Kurzzeitgedächtnisarten verglichen.

Die Ergebnisse weisen auf eine in allen Anteilen des Kleinhirns gleiche Beteiligung hin, was den Schluss zulässt, dass das Kleinhirn nicht nur an den sprachbasierten Prozessen des Kurzzeitgedächtnisses teilhat, sondern auch die Funktionen in der kognitiven Zentralexekutive unterstützt. Zukünftig könnten kognitive Veränderungen bei Patienten mit Kleinhirnschäden aufgrund dieser diagnostischen Erkenntnisse besser interpretiert werden, sagen die Forscher.

COMPAMED.de; Quelle: Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf