BLCA helfen bei der Diagnose

Zur Zeit stützt sich die labormedizinische Diagnostik des Blasenkarzinoms im wesentlichen auf zwei Urintests: Den Nachweis von NMP22 und Antigene des Blasentumors. Allerdings sind diese Tests nicht sehr sensitiv und auch wenig spezifisch. Zystoskopie und Zytologie sind daher die sichersten diagnostischen Maßnahmen, um einen Blasentumor zu entdecken.

Schon lange suchen Wissenschaftler daher nach Möglichkeiten, um ein Blasenkarzinom bequem und mit einer hohen Sicherheit durch einen Urintest bestimmen zu können. Dr. Robert H. Getzenberg von der University of Pittsburgh, Pennsylvania, USA, und seine Arbeitsgruppe sind diesem Ziel jetzt möglicherweise ein Stück näher gekommen.

Bereits früher hatten sie die fünf nukleären Strukturproteine BLCA identifiziert, die offenbar spezifisch in der Blase vorkommen. Nun unersuchten sie das Vorkommen eines dieser Proteine, nämlich des BLCA-1, im Urin und dem Blasengewebe von 25 Patienten mit nachgewiesenem Blasenkarzinom. 18 Personen ohne jegliche Auffälligkeiten der Blase und 20 Patienten mit Karzinomen anderer Art sowie acht Patienten mit Verletzungen des Rückenmarks dienten als Vergleichsgruppe.

Wie die Studienautoren berichten, konnte das BLCA-1 im Gewebe von Blasentumoren nachgewiesen werden. Im nicht-befallenen Blasengewebe der Patienten und im Gewebe völlig gesunden Kontrollpersonen war dieses Protein dagegen nicht zu identifizieren.

Ein BLCA-1-Urintest auf Antikörperbasis war positiv bei Patienten mit Blasentumor, blieb aber negativ bei gesunden Personen. Das positive Ergebnis dieses Tests war bei Patienten mit Blasenkarzinom zudem signifikant höher als bei Patienten mit Verletzungen des Rückenmarks oder mit Nieren- beziehungsweise Prostatakarzinom. Insgesamt zeigte der BLCA-1-Urintest eine Sensitivität von 80 Prozent und eine Spezifität von 87 Prozent. Damit hat der neue Test eine nur wenig geringere Spezifität als die Zytologie, aber eine höhere Sensitivität.

COMPAMED.de; Quelle: Journal of Urology 2005, Vol. 174, S. 64-68