Durch eine interdisziplinärer Zusammenarbeit von Chirurgen, Informatikern und Medizintechnikern, konnte der erste Patient an der Hals-, Nasen-, Ohrenklinik am Universitätsklinikum Leipzig mit einer automatisierten Fräse behandelt werden.

Das interdisziplinäre Team des Innovation Center Computer Assisted Surgery (ICCAS) an der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig, des Lehrstuhls für Mikrotechnik und Medizingerätetechnik der TU München hat nach der ersten Nasennebenhöhlenoperation mit einem automatisierten motorgetriebenes Saug- und Schneidinstrument (Shaver) nun auch die erste automatisierte Fräse in der Ohrchirurgie erfolgreich eingesetzt.

Dazu PD Dr. Gero Strauß, leitender Oberarzt der Hals-, Nasen-, Ohrenklinik der Universität Leipzig: "Chirurgische Eingriffe am Ohr sind kompliziert und erfordern eine genaue Kenntnis der Anatomie. Trotz bester Ausbildung kann es dabei zu Verletzungen des Gesichtsnervs oder des Hörorgans kommen. Das verhindert die von uns eingesetzte Steuerung der Fräse."

"Das Prinzip der Automation kommt aus der Automobil- und Luftfahrtentwicklung: Ein zusätzlicher Sicherheitsmechanismus bewirkt, dass das Instrument automatisch abschaltet wird, wenn gefährdete Strukturen erreicht werden.", sagt Professor Dr. Tim Lüth, Lehrstuhlinhaber für Mikro- und Medizingerätetechnik an der TU München. "Mit diesem Sicherheitsmechanismus wird jetzt die chirurgische Fräse ausgestattet, mit der der Ohrchirurg Knochen abträgt, um an sein eigentliches Operationsfeld zu kommen."

Voraussetzung dafür ist eine detailgetreue Computertomographieaufnahme (digitales Patientenmodell), mit der schon vor der Operation festgelegt wird, welchen Umfang die Operation haben soll und welche Strukturen geschont werden müssen. Das chirurgische Instrument wird dann mit den so erhobenen Daten versehen, damit es entsprechend wirksam werden kann.

COMPAMED.de; Quelle: Universität Leipzig