Foto: Blutdruckmessgerät
Mit Medikamenten allein lässt sich
der Blutdruck oft nicht senken;
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Bei diesem 45 bis 60 Minuten dauernden Verfahren in enger Zusammenarbeit von Nephrologen und Radiologen werden die Nierenerven mit Hochfrequenzstrom verödet.

Bluthochdruck ist der entscheidende Risikofaktor für Herzinfarkt und Schlaganfall. Tabletteneinnahme und Lebensstiländerung reichen oft nicht aus, um den Blutdruck zu normalisieren.

Die Arbeitsgruppe um Professor Lars Christian Rump und Privatdozent Oliver Vonend der Klinik für Nephrologie des Universitätsklinikums Düsseldorf beschäftigt sich seit vielen Jahren klinisch und wissenschaftlich mit der zentralen Rolle der Nierennerven bei der Entstehung von Bluthochdruck und Nierenerkrankungen. Für die Behandlung der gesteigerten Aktivität des sympathischen Nervensystems steht seit kurzem ein neues Verfahren zur Verfügung, den Blutdruck nicht-medikamentös zu kontrollieren.

Ohne Operation werden die Nierennerven mithilfe eines Katheters verödet. Der Patient kann am Folgetag entlassen werden. Die Intervention ist lediglich einmal anzuwenden.

Die Wirksamkeit auf den Blutdruck hält nach bisherigen Kenntnissen dauerhaft an, wie eine australische Pilotstudie an 50 Patienten zeigt. Weitere Patienten werden im Rahmen einer größeren international angelegten Untersuchung behandelt. Patienten mit einem Blutdruck von über 160 mmHg bzw. 150 mmHg bei Typ II Diabetikern trotz dreifacher Tabletteneinnahme können in die Studie eingeschlossen werden. Blutdruckspezialist Professor Rump rechnet damit, dass die Methode später als reguläre Therapie bei Bluthochdruckerkrankungen verwendet werden wird.

COMPAMED.de; Quelle: Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf