Aus dem Forschungslabor auf den Markt

"Im Kern geht es um den Transfer einer im Prinzip funktionierenden Technologie auf einen gerade entstehenden und zukünftig wachsenden Markt", sagt Prof. Dr. Uwe Cantner, Inhaber des Lehrstuhls für Volkswirtschaftslehre und Mikroökonomik. Das Besondere sei, dass man es "mit dem schwierigen Feld des Gesundheitswesens" zu tun habe. Im Boot seien nicht nur die Krankenhäuser und Ärzte, die die Technik erwerben und einsetzen sollen, sondern auch die Krankenkassen, die bei der Finanzierung ein Wort mitzureden hätten.

Als erstes Projekt wird die durch das Bundessministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Gruppe „InnoHeart“ ab April das Jenaer Unternehmen "JEN.cardiotec GmbH" bei der Vermarktung einer medizintechnischen Technologie wissenschaftlich unterstützen. Dabei handelt es sich um eine minimalinvasive Methode für Herzklappenoperationen, die aufwändige und nicht ungefährliche Operationen am offenen Thorax ersetzen könnte.

"Die Gruppe soll anhand eines konkreten Beispiels klären, wie der Markt für die minimalinvasive kardiochirurgische Medizintechnik entsteht, welche Schwierigkeiten dabei zu erwarten sind und wie diese überwunden werden können", beschreibt Cantner die Aufgabe von „InnoHeart“. Dazu gehören eine multifaktorielle Risikoanalyse sowie die Frage, wie die Technologie und der entsprechende Markt sich weiter entwickeln werden.

Cantner verweist zugleich auf den theoretischen Aspekt der Forschungen. Traditionell rede man von vorhandenen Märkten. "Uns interessiert, wie prinzipiell Märkte entstehen und nach welchem Muster sie sich entwickeln“.

COMPAMED.de; Quelle: Friedrich-Schiller-Universität Jena