Augen: Zielsicher operieren

23.09.2015
Grafik: Darstellung einer Laser-Augenoperation

3D-OCT Projektion eines fs-Laser-Membranschnitts (symbolischer Laserfokus in rot). Die Membran (blau) hat einen Abstand von 300 µm zur präparierten Schweinenetzhaut (braun); ©LZH

Zur Korrektur von Fehlsichtigkeit sind heutzutage diverse laserbasierte Operationen etabliert. Um die gewebeschonende und hochpräzise Methode auf die Altersweitsichtigkeit und Verwachsungen der Netzhaut auszuweiten, kombinierte das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) zusammen mit Partnern im Projekt IKARUS Femtosekunden-Lasertechnologie mit optischer Kohärenztomographie (OCT) und adaptiver Optik.

Bei der etablierten Femtosekunden-Laser-in-situ-Keratomileusis (fs-LASIK), wird mit dem Laser die Augenhornhaut aufgeschnitten, um anschließend Fehlsichtigkeiten zur korrigieren. Um Altersweitsichtigkeit (Presbyopie) zu behandeln, muss tiefer in das Gewebe vorgedrungen werden: In dem Ansatz der Wissenschaftler des LZH und der Industriepartner wird die Linse mit einem fs-Laser gezielt geschnitten, um sie durch Gleitebenen flexibler zu machen.

Möglich wird dieser Eingriff erst durch die tiefe und ausreichend genaue Visualisierung des Augengewebes. Dazu hat die Gruppe Bildgestützte Laserchirurgie der Abteilung Biomedizinische Optik des LZH ein OCT-Bildgebungsmodul der ROWIAK GmbH weiterentwickelt. So ist es nun möglich, mit einer speziellen Software während der Operation live Schnittbilder des Auges und die Strahlführung des Lasers darzustellen. Damit konnten im Rahmen des Projekts bereits Schnitte am Auge durchgeführt werden, sodass weder die vordere noch die hintere Kapsel der Augenlinse verletzt wurde. In einer laufenden klinischen Studie der ROWIAK GmbH wird dieses Verfahren nun weiter untersucht.

Um Netzhautverwachsungen zu lösen, muss zurzeit das Auge geöffnet und der Glaskörper entfernt werden. Die Wissenschaftler am LZH haben in ein fs-Laser System eine adaptive Optik integriert, die es ermöglichen soll, auch in der Nähe der Netzhaut zu schneiden. So wurden bereits erste Erfolge an Netzhautgewebe aus Schweineaugen verzeichnet: Mit dem System konnten Modell-Membranen im Abstand von nur wenigen hundert Mikrometern zur Netzhaut zerschnitten werden. Das dahinter liegende Netzhautgewebe zeigte dabei keine erkennbare Schädigung.

COMAPMED.de; Quelle: Laser Zentrum Hannover e.V.

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