Aufsprühbare Nanoschichten

Forscher des Charles Sadron Instituts des CNR, das Französische Zentrum für wissenschaftliche Forschung, in Zusammenarbeit mit dem Institut für Biowerkstoffe und Gewebetechnik (Inserm/Universität Straßburg) entwickelten ein breites Anwendungsspektrum, dass für die Industrie von großem Interesse sein könnte.

Kontaktlinsen, Autos, Aufkleber oder antihaftbeschichtete Pfannen: Bei vielen Alltagsgegenständen finden spezifische funktionale Beschichtungen Anwendung. Bereits vor etwa 15 Jahren wurde ein Verfahren entwickelt, mit dem dünne Schichten von Nanomaterialien aufgetragen werden konnten. Das Prinzip bestand darin, verschiedene Schichten nanometergenau einzeln übereinanderzulegen. Die Struktur und die chemische Funktion der jeweiligen Schichten wurden von der Sequenz und der Art der im Film eingearbeiteten Komponenten (Polymer, Pigmente, Protein, usw.) bestimmt. Diese "Schicht für Schicht"-Methode ermöglicht es, Werkstoffe mit sehr unterschiedlichen Eigenschaften herzustellen. Dieses preiswerte und umweltschonende Verfahren zählt zu den zehn wichtigsten Entdeckungen der letzten zehn Jahre im Bereich der Chemie.

Nun wurde diese Methode zum Auftragen von Schichten noch weiter optimiert und die Anwendung vereinfacht. Ursprünglich waren für diese Technik mehrere Tauchgänge in verschiedene Flüssigkeiten und lange Einwirkzeiten nötig. Heute sind die Wissenschaftler in der Lage, mit zwei Sprühfläschchen zwei Flüssigkeiten gleichzeitig aufzutragen. Der Zeitgewinn und die logistischen Vorteile sind somit beachtlich.

Diese außergewöhnliche Methode lässt sich ebenfalls auf vollkommen neue Werkstoffklassen anwenden, wie zum Beispiel auf hundertprozentig anorganische Filme. Somit erweitern sich die Anwendungsbereiche in den verschiedensten Technologie-Bereichen: LEDs, Brennstoffzellen, photovoltaische Zellen, Korrosionsschutz, flexible Bildschirme. Durch die Integration biologisch aktiver Moleküle in diese Filme (zum Beispiel:Peptide, Enzyme, Medikamente, Proteine, DNA, Zellen) können ebenfalls mehrere Bereiche der Biologie abgedeckt werden: Biokompatibilität von Implantaten, Pflaster, Gewebetechniken, Biosensoren.

COMPAMED.de; Quelle: Wissenschaftliche Abteilung, Französische Botschaft in der Bundesrepublik Deutschland