Auf der Spur des HELLP-Syndroms

Der Nachweis gelang mit einem Kryodetektor, ein spezielles Massenspektrometer, das auch für eine flächendeckende Untersuchung von Schwangeren eingesetzt werden könnte. Das schwer vorherzusagende HELLP-Syndrom ist eine Erkrankung, die mit stark erhöhtem Blutdruck einhergeht und zu schweren Komplikationen während der Schwangerschaft führen kann.

Obwohl sich bei einigen Fällen des HELLP-Syndroms ein Bluthochdruck und veränderte Laborwerte in Blut und Urin nachweisen lassen, lässt sich bisher nicht verlässlich vorhersagen, an dieser Form des Schwangerschaftshochdruckes zu erkranken. Wird nicht rechtzeitig behandelt, drohen Gerinnungsstörungen mit Hirnblutungen, Leberhämatomen und einer vorzeitigen Ablösung der Plazenta, was für Mutter und Kind gleichermaßen verhängnisvoll sein kann.

"Es wurde schon oft versucht, das Blut von Schwangeren auf Biomarker für Schwangerschaftskomplikationen zu untersuchen", sagt Professor Dr. Michael O. Glocker, Leiter des Proteom-Zentrums Rostock. Mit dem Kryodetektor wurden Proben von gesunden Schwangeren, von Schwangeren mit HELLP-Syndrom, von Frauen, die die Krankheit überstanden haben und von Müttern nach unauffälligen Schwangerschaften untersucht.

"Zunächst fanden wir ein auffallend starkes Proteinsignal, das offensichtlich nur bei den HELLP- Patientinnen vorhanden war", so Professor Glocker. Anschließend gelang den Rostocker Wissenschaftlern der Nachweis von weiteren Proteinen, die zusammen als Bündel von "Biomarker-Signaturen" eine zuverlässige Vorhersage des HELLP-Syndroms ermöglichen.

Diese Art des Nachweises könnte nach Ansicht von Professor Glocker und Privatdozent Dr. Toralf Reimer von der Universitätsfrauenklinik in der Zukunft sowohl in der Klinik eingesetzt als auch routinemäßig von niedergelassenen Ärzten genutzt werden; auch Flächen deckende Vorsorgeuntersuchungen seien dann möglich.

COMPAMED.de; Quelle: Universität Rostock