Weltneuheit: Atemstromsensor für medizinische Erstversorgung

10.12.2013
Foto: Atemsensor am Tubus

Der Atemsensor ist direkt am Tubus angebracht; © Messe Düsseldorf

Ein neuer am HSG-IMIT entwickelter Atemstromsensor ist der weltweit erste MEMS (Microelectromechanical Systems)-basierte Sensor, der eine Kondensatbildung auf dem Sensorelement aktiv verhindert und so patientennahe Messungen direkt im Atemstrom ermöglicht.

Der Sensor wird nun erstmalig im Notfallbeatmungsset „rescue-iFil“ des Filterspezialisten Karl Küfner KG eingesetzt und revolutioniert somit das Notfallmanagement am Unfallort. Auf der diesjährigen COMPAMED / MEDICA wurde „rescue-iFil“ erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.

Rolf Bronner, Leiter Medizintechnik der Karl Küfner KG zog ein positives Resümee über die Premiere des „rescue-iFil“ auf der Leitmesse für Medizintechnik: „Wir sind überzeugt, dass diese Innnovation die Versorgung von Verletzten nachhaltig verändern und neue Maßstäbe in der Anästhesie setzen wird. Die neu entwickelte Technik wird großen Einfluss auf die zukünftige patientenorientierte Überwachung der Beatmung während einer Operation haben.“

Ein zentraler Bestandteil der Notfall- und Intensivmedizin ist die künstliche Beatmung zur Erhaltung lebensnotwendiger Körperfunktionen. Die patientennahe Bestimmung und Überwachung der Beatmungsströmung mittels Sensoren stellt jedoch aufgrund der hohen Atemluftfeuchtigkeit und der damit verbundenen Flüssigkeitskondensation eine große Herausforderung dar.

Bei Unfallopfern mit Atemstillstand hängt der Behandlungserfolg maßgeblich von der Qualität der Erstversorgung ab. Alle lebensnotwendigen Organe müssen unmittelbar mit Sauerstoff versorgt werden, um bleibende Schäden zu verhindern. Bei der zwingend notwendigen Mund-zu-Mund-Beatmung oder Beatmung mittels einer Maske durch den Ersthelfer am Unfallort fehlen jedoch Informationen über die tatsächlich erforderliche Beatmungszeit und Luftmenge. Zudem können ein erhöhter Beatmungswiderstand sowie Leckagen auftreten.

Das Notfallbeatmungsset „rescue-iFil“ zur Erstversorgung von Unfallopfern ermöglicht eine schnelle Aussage und Überwachung des pulmonalen Zustands eines Verletzten direkt am Unfallort.

Zentrales Element von ist ein Strömungstubus. Der Tubus führt den Atem des Verletzten und des Spenders durch geeignete Bauform und Strömungssiebe so, dass der Sensor den Atemfluss wechselseitig analysieren, speichern und auswerten kann. Die gewonnen Informationen erlauben dann eine direkte Benutzerführung der Herzdruckmassage und verbessern die Atemspende erheblich. Diese neue Art der Notfallhilfe ist weltweit die erste patientennahe Lösung, die sich dieses Problems aller Hilfeleistenden annimmt und das Notfallmanagement am Unfallort maßgeblich verbessert.

COMPAMED.de; Quelle: Institut für Mikro- und Informationstechnik der Hahn-Schickard-Gesellschaft e.V. (HSG IMIT)