Anti-HLA-Antikörper zeigen schlechte Prognose

Man weiß, dass Anti-HLA-Antikörper in Organen außerhalb des Herzens und der Nieren eine schlechte Prognose aufzeigen. Welche Rolle diese Antikörper in Lungen haben, die transplantiert werden sollen, ist bislang jedoch kaum untersucht worden.

Um dies nun genauer zu analysieren, haben Wissenschaftler der Cleveland Clinic in Ohio retrospektiv Daten von 448 Erwachsenen untersucht, denen zwischen 1990 und 2005 erstmals eine Lunge transplantiert worden war. 438 waren mittels CDC getestet worden, 296 Patienten hatten sich einer Flow-Zytometrie unterzogen.

Nach CDC zeigte sich ein signifikanter Unterschied in Bezug auf die Überlebensraten: Patienten, die bezüglich der Anti-HLA-Antikörper sensibilisiert waren, hatten eine signifikant geringere Überlebenszeit als die nicht-sensibilisierten Patienten: Nach einem, drei und fünf Jahren lebten noch 64,7 Prozent, 28,8 Prozent und 9,6 Prozent der sensibilisierten Patienten. Bei den Nicht-Sensibilisierten lagen die entsprechenden Raten bei 79,4 Prozent, beziehungsweise 63,2 Prozent und 45,4 Prozent (p gleich 0.0035).

Anders bei der Technik der Flow-Zytometrie. In diesem Falle zeigten sich keinerlei statistische Unterschiede in Bezug auf die Ein-, Drei- und Fünf-Jahres-Überlebensraten: 78,1 Prozent, 66,4 Prozent und 33,2 Prozent bei den sensibilisierten Patienten versus 83,1 Prozent, 66 Prozent und 48 Prozent bei den nicht-sensibilisierten Patienten (p gleich 0.23).

Fraglich ist noch warum sich bei einer der angewendeten Techniken Unterschiede in der Überlebensrate aufzeigen, bei der anderen aber nicht. Möglicherweise, so vermuten Experten, sind die modernen Techniken bereits so sensitiv, dass sie Antikörper aufspüren, die keinerlei klinische Bedeutung haben. Auf diesem Gebiet besteht noch Forschungsbedarf.

COMPAMED.de; Quelle: World Transplant Congress 2006 Abstract 620