4D-Bildgebung zur besseren Risikoeinschätzung von Aorteneingriffen

Foto: Zwei Männer vor einem Monitor

Das Vorhaben mit dem Titel „Computermodellierung und multimodale 4D-Bildgebung zur Risikostratifizierung und Operationsplanung bei Erkrankungen der thorakalen Aorta“ erhielt auf der 41. Jahrestagung der DGTHG in Freiburg eine Fördersumme von 59 700 Euro für zwei Jahre.

Eine Erweiterung oder Aussackung (Aneurysma) der thorakalen Aorta beziehungsweise Brustschlagader kann lebensbedrohliche Komplikationen wie Einriss oder Zerreißen der Aorta zur Folge haben. Mit Hilfe von Computermodellierung und neuen Methoden der vierdimensionalen (4D)-Bildgebung der thorakalen Aorta sollen frühzeitig Hochrisiko-Patienten identifiziert und einer vorbeugenden chirurgischen Therapie der krankhaften Aorta unterzogen werden. Ziel des Forschungsprojekts ist es, die Planung, Prognose und Risikoeinschätzung von Operationen der krankhaften Brustschlagader zu verbessern und den optimalen Zeitpunkt für eine vorbeugende Operation exakt zu bestimmen.

Innovativ an dem Forschungsprojekt ist, dass es die bildgebende Diagnostik zur Untersuchung einer krankhaften Brustschlagader mit Hilfe von Computermodellen und neuen Methoden der 4D-Bildgebung erweitert. „Heutzutage werden in der klinischen Routine die Anatomie und krankhaften Veränderungen der Brustschlagader statisch in 3D abgebildet und vermessen. Für die Herzchirurgie sind dabei vor allem der Durchmesser und die rasche Größenzunahme wichtige Messgrößen im Entscheidungsprozess, ob eine krankhafte Aorta operativ behandelt werden muss. Für eine individuelle Risikoeinschätzung müssten aber noch weitere Aspekte abgefragt werden“, meint Beller. Denn nicht gemessen würden etwa die dynamische Verformung und die Bewegung der Aortenwurzel und der gesamten Brustschlagader während des Herzzyklus‘. Auch die Hämodynamik, das Zusammenspiel zwischen Blutdruck und Phase des Herzzyklus‘, sowie Aortenbewegung sind dem Herzchirurgen zufolge bisher nicht ausreichend untersucht. Demgegenüber sieht das neue Verfahren noch weitere Messgrößen wie zum Beispiel Wandspannung und -bewegung der Brustschlagader vor. „Diese benötigen wir, um individuelle Schwächen der Aortenwand zu identifizieren und rechtzeitig einen vorbeugenden therapeutischen Eingriff einzuleiten“, sagt der Herzchirurg.

Anhand von Bildinformationen mehrerer Bildgebungsverfahren wie statische 3D- und dynamische 4D-Computertomographie (CT), Magnetresonanztomografie (MRT) und Positronenemissionstomografie (PET)-CT soll es möglich sein, Wechselbeziehungen zwischen mechanischer Wandbelastung und Stoffwechselaktivität der Gefäßwand in der aufsteigenden Brustschlagader zu untersuchen.

COMPAMED.de; Quelle: Deutsche Herzstiftung e.V./Deutsche Stiftung für Herzforschung