„Wir möchten Unternehmen helfen, sich schneller durch den Dschungel von Regularien zu kämpfen“

Foto: Jan Wolter

COMPAMED.de sprach mit Jan Wolter, Leiter des Fachverbandes Medizintechnik des Fachverbands SPECTARIS, über den neuen Medizintechnik-Service, der zukünftig Unternehmen bei Innovationshürden unterstützt.

COMPAMED.de: Wie kamen Sie auf die Idee einen MedTech-Navigator, eine Internetplattform für Medizintechnikunternehmen, ins Leben zu rufen?

Jan Wolter: Der MedTech-Navigator ist ein Gemeinschaftswerk von SPECTARIS und der Kommunikationsagentur MasterMedia. Die Agentur, die viele Jahre im Bereich Gesundheitsforschung für das BMBF tätig war, trat mit der Idee an uns heran, ein Informationsportal für die Medizintechnikbranche zu entwickeln, das Unternehmen bei der Überwindung bekannter Innovationshürden hilft. Der MedTech-Navigator schließt damit eine Lücke. Wir wollen insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen helfen, sich schneller durch den Dschungel von Regularien zu kämpfen. Wir helfen, Hürden zu meistern bei der Markteinführung und der Erstattung von Medizinprodukten, geben Hilfen bei der Forschungsförderung und auch bei der Suche nach Partnern für klinische Studien.

COMPAMED.de: Welche Unterstützung bieten Sie dadurch Medizintechnikunternehmen an?

Wolter: Der MedTech-Navigator bietet Orientierung, in dem er wichtiges Basiswissen und Links zu weiterführenden Informationen zusammenträgt und kompakt und übersichtlich präsentiert. Die einzelnen Themenfelder sind allerdings sehr komplex und können mithilfe eines solchen Instrumentes gar nicht umfassend dargestellt werden. Vor allem kleinere Unternehmen werden vom MedTech-Navigator profitieren. Denn ihnen fehlt es oft bereits an bestimmten grundlegenden Informationen und es kann sehr mühsam sein, sich das alles selbst zusammenzusuchen. Der MedTech-Navigator erspart damit den Unternehmen eine Menge Arbeit. Obendrein werden alle Informationen kostenfrei auf der Seite zur Verfügung gestellt.

 
 

Foto: Mann zeichnet Erfolgskurve

 
 

COMPAMED.de: Welche internationalen Informationen und Hilfestellungen sind in den MedTech-Navigator eingeflossen?

Wolter: Wir konzentrieren uns beim MedTech-Navigator auf Deutschland. Bei der Forschungsförderung verweisen wir auch auf die EU-Programme. Informationen zu anderen Märkten bieten wir allerdings nicht. Wer dazu Hilfestellung benötigt, kann sich aber gerne an SPECTARIS wenden.

COMPAMED.de: Auch während der Produktion und Herstellung eines Medizintechnikproduktes stellen sich für Unternehmen Fragen, die beantwortet werden möchten. Wie können diese Fragen durch den MedTech-Navigator beantwortet werden?

Wolter: Das Dickicht an Normen, Gesetzen und Verordnungen macht es Unternehmen in der Tat schwer, sich auf „ihre eigentliche Arbeit“ zu konzentrieren. Da kommen immer wieder regulatorische Fragen auf, die je nach Betrieb sehr unterschiedlich sein können. Daher ist spätestens hier auch der Punkt erreicht, wo ein Instrument wie der MedTech-Navigator an seine Grenzen stößt. Hier können wir als Verband weiterhelfen.

COMPAMED.de: Wie individuell kann der MedTech-Navigator auf die Anfragen der Medizintechnikunternehmen eingehen?

Wolter: Das war auch eine der ersten Fragen, die wir uns bei der Entwicklung gestellt hatten. Um auf individuelle Anliegen besser eingehen zu können, haben wir daher die Möglichkeit geschaffen, konkrete Anfragen an uns zu senden. Diese vermitteln wir dann an einen Experten, der sie beantworten kann. Die Kosten hierfür sind minimal, was natürlich auch bedeutet, dass keine umfassenden Beratungen stattfinden können. Schließlich wollen wir mit dem Navigator unseren Verband auch nicht ersetzen.

 
 

Das Interview führte Diana Posth.
COMPAMED.de