„Mini-Fallschirm“ erhöht Leistung des Herzens

29.07.2014
Foto: Mediziner hält Mini-Fallschirm

PD Dr. Widder zeigt den winzigen „Fallschirm“, der das Vorderwandaneurysma verschließt; © Kaiser/ MHH

Die Kardiologen der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) bieten Patienten mit Herzschwäche ein neues Verfahren an, um die Pumpleistung des Herzens wieder zu erhöhen: zum ersten Mal in Niedersachsen haben die Ärzte um Prof. Dr. Johann Bauersachs, Direktor der Klinik für Kardiologie und Angiologie, jetzt einem Mann mit einem Katheter einen Mini-Fallschirm in eine Herzkammer eingebracht. Damit konnten sie eine Aussackung der Herzvorderwand, ein sogenanntes Aneurysma, verschließen.

Bei vielen Patienten führt ein Herzinfarkt der Vorderwand zur Vergrößerung der linken Herzkammer und Aneurysma der vernarbten Herzspitze und damit Abnahme der Herzleistung. In der Folge kommt es zur Herzinsuffizienz mit Symptomen wie Kurzatmigkeit, eingeschränkter Belastbarkeit und Verlust von Lebensqualität. Die Behandlungsmöglichkeiten für Patienten mit einer vergrößerten Herzkammer und Vorderwandaneurysma sind begrenzt.

„Trotz einer verbesserten Erstversorgung von Herzinfarkten beobachten wir eine wachsende Zahl von Patienten mit einer Herzinsuffizienz und benötigen bessere Behandlungsmöglichkeiten", sagt Prof. Bauersachs. Die kann seine Klinik den Betroffenen jetzt bieten.

Das sogenannte Parachute-Verfahren ist ein neuartiges katheterbasiertes Verfahren, bei dem ein „Fallschirm“ in das Aneurysma der Herzvorderwand eingebracht und dieses damit verschlossen wird. „Hierdurch verkleinert sich das Volumen der Herzkammer deutlich. Das Herz kann dadurch wieder besser pumpen“, erklärt PD Dr. Julian Widder, Leiter der Herzkatheterlabore der Klinik für Kardiologie und Angiologie, der den Eingriff durchgeführt hat.

„Die Eingriffsplanung wurde durch eine Computertomographie zur Beurteilung des Herzens und Größenwahl des Implantates unterstützt. Die Implantation verlief wie geplant und ohne Komplikationen“, sagt PD Dr. Widder. Dem Patienten geht es nach der Implantation gut. Er konnte schon nach zwei Tagen zu seiner Familie nach Hause entlassen werden.

COMPAMED.de; Quelle: Medizinische Hochschule Hannover