"Zebra" findet Fehler im Spiegelbild


Wer im Gegenlicht über eine blanke Fläche blickt, sieht nicht die Fläche selbst, sondern das, was sich darin spiegelt. Hat die Fläche Macken, ist das Spiegelbild an diesen Stellen verzerrt. Nach diesem Prinzip arbeitet das Messsystem. Mit ihm lassen sich einfach und schnell kleinste Unebenheiten in reflektierenden Oberflächen messen und bewerten. "Zebra" spürt Unebenheiten von nur einem Nanometer auf.

Die Wissenschaftler der Universität Bremen erzeugen auf einem Bildschirm ein Streifenmuster und bringen den Bildschirm über die zu untersuchende Fläche. Eine Kamera nimmt die sich in der Fläche spiegelnden Streifen auf, sendet die Daten an einen Rechner, der die Bilder dann mit Hilfe einer Software auswertet. Das System findet alle Unregelmäßigkeiten in dem Streifenmuster: Ist das Spiegelbild irgendwo verzerrt, ist die Oberfläche nicht perfekt.

Für derartige Ergebnisse bedarf es normalerweise komplexer, stationärer Messgeräte, die die Objekte abtasten. "Zebra" berührt sie nur mit Licht, also zerstörungsfrei. Die Geräte von nicht einmal einem Zentner sind leicht zu transportieren, sind robust und können problemlos an den zu vermessenden Stellen positioniert werden. Bei Airbus zum Beispiel werden sie mit Saugnäpfen am Flugzeugrumpf angebracht und vermessen dort in zwei Minuten eine Fläche von 150 Quadratzentimetern.

Die Messgeräte sind handlich, leicht, mobil, und sie arbeiten hochpräzise - im Nanometer-Bereich, also in der Größenordnung von Millionstel Millimetern. Entsprechend groß ist die Bandbreite der Interessenten. Sie reicht von der der Automobil- oder Flugzeugindustrie über die Hersteller von Brillengläsern und Kontaktlinsen bis hin zu Betreibern von Sorlarparks.

COMPAMED.de; Quelle: BIAS Bremer Institut für angewandte Strahltechnik GmbH