"Schluckt" Mikrowellen


Das in einem speziellen Syntheseverfahren entwickelte Material ist bereits als Patent (WO 2007/101646 A1) angemeldet. Es ermöglicht Anwendungsmöglichkeiten in Industrie und Medizin. So können mit dem Pulver beschichtete bzw. versetzte Werkstoffe die Strahlung von Mikrowellen auf Menschen deutlich reduzieren oder die Störpegel von elektronischen Geräten verringern. Bei der Suche nach Materialfehlern ermöglicht die Entwicklung neue Verfahren. Das Material wird dabei über ein mit dem Pulver beschichtetes Spezialpapier gelegt und mit Mikrowellen bestrahlt. Die Stellen, an denen die Strahlung stärker durchdringen konnte, sind im Anschluss auf dem Papier erkennbar; sie lokalisieren die Fehlerstellen im untersuchten Material.

Einen Beitrag erwarten die Wissenschaftler auch für die Krebstherapie. So ist es mit dem neuartigen Pulver möglich, Partikel in die menschliche Blutbahn zu injizieren, die dann ausschließlich den Tumor erwärmen und so zum Absterben bringen, ohne das umliegende Gewebe zu schädigen. Das gleiche Prinzip machen sich die Forscher bei der Verklebung von temperaturempfindlichen Bauteilen zunutze. Hier wird ebenfalls nur der Klebstoff erwärmt und somit ausgehärtet.

Eine erste praktische Umsetzung der Erfindung ist ein mit dem so genannten Ti-dotierten Pulver beschichtetes Papiermuster, das als elektrisch nicht leitfähige, absorbierende Abschirmtapete nutzbar ist. Dabei wurden signifikante selektive Schirmdämpfungen im Frequenzbereich größer als 1 GHz festgestellt.

COMPAMED.de; Quelle: Technische Universität Ilmenau